Dienstag, 31. März 2015

Das Amulett der Ewigkeit (Susanne Glanzner und Björn Springorum)



http://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/das-amulett-der-ewigkeit-isbn-978-3-522-20213-8/


Die Autoren

Susanne Glanzner wurde in Unterfranken geboren. Als Tochter eines Künstlers und einer Goldschmiedin war klar, dass sie einen spaßigen Beruf wählen würde. Nach erfolgreichem Modedesignstudium und vielen Irrwegen, lebt sie heute in Stuttgart als Inhaberin des Kindermodelabels punKiz, schreibt Kinderbücher und unterhaltsame Bücher für Erwachsene, isst am liebsten Pizza und Kinderschokolade und regt sich jedes Jahr fürchterlich auf, wenn ihr mal wieder niemand einen Adventskalender geschenkt hat.

Björn Springorum, geboren 1982 in Calw, würde am liebsten am zweiten Stern rechts abbiegen, im Kleiderschrank eine neue Welt entdecken, durch einen Kaninchenbau ins Wunderland fallen, mit einem Ring unsichtbar werden, nur durch das Lesen eines Buches nach Phantásien reisen oder eine recht wagemutige Partie Quidditch spielen. Weil sich das alles als schwieriger herausstellt als gedacht, schreibt er eben solange seine eigenen Geschichten. Björn Springorum studierte Englisch und Geschichte, lebt, schreibt und liest in Stuttgart und wird von zwei Katzen gehörig auf Trab gehalten.

© Amazon
Das Amulett der Ewigkeit

Christopher und Christine, zwei Jugendliche im gleichen Alter, welche aber in völlig verschiedenen Welten leben. Während Christine im Jahr 2014 lebt, treibt sich Christopher als Bote im Jahr 1851 herum. Durch ein altes Amulett, welches Christine bei dem alten Antiquar Thurgood findet, geraten die beiden in Kontakt und schreiben sich fortan Briefe. Durch eine verborgene Karte erhalten die beiden Kenntnisse über Orte, welche es sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart noch gibt. Dort können sie ihre Briefe verstecken, welche dann eine Zeitbrücke bauen und in die Vergangenheit/Gegenwart reisen. Kleine Dinge, wie Christines Kette oder Christophers Schal können diese Barriere ebenfalls überwinden. Nach einigen Briefen beschließen die beiden sich endlich persönlich kennenlernen zu wollen. Dies funktioniert jedoch nur durch die Hilfe des alten Antiquars Thurgood, welcher im Jahr 2014 ein guter Freund und Vertrauter von Christine ist. Sein Vorfahr steht im Jahre 1851 mit Christopher in Kontakt. Sie finden heraus, dass das Amulett Kräfte besitzt, welche die Zeit überwinden können. Dafür benötigen sie jedoch noch einige Utensilien. Als es schließlich soweit ist, müssen beide feststellen, dass sie selbst nur Marionetten in einem perfiden Spiel waren…

Fazit

Ein unterhaltsamer und spannender Zeitreiseroman zwischen dem Jahr 1851 und 2014. Christine und Christopher sind angenehme Protagonisten, welche in ihrer jeweiligen Zeit mit den üblichen Problemen konfrontiert werden. Während Christopher sich mit Botenjobs über Wasser hält, geht Christine noch zur Schule und schlägt sich mit Streitigkeiten mit der besten Freundin und Hip Hop Tanztrainings herum. Als Christine im Antiquariat von Mr. Thurgood das geheimnisvolle Amulett findet und einen Brief hinterlegt, dass sie es sich nur ausborgen, nicht aber stehlen möchte, schafft sie eine Brücke in das Jahr 1851 und damit zu Christopher. Dieser findet den Brief und antwortet ihm. Beide wissen zunächst nicht, dass es sich um völlig unterschiedliche Jahre handelt.

Der Schreib- und Erzählstil des Romans ist mehr als ansprechend. Durch die unterschiedlichen Kapitel, welche aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben sind, weiß der Leser immer wie es um Christine und Christopher steht. Zudem bekommt er sowohl ins Jahr 1851 als auch in die Gegenwart von 2014 und das Leben der beiden Protagonisten Einblick. In beiden Zeiten gibt es den Antiquar Thurgood, welcher den beiden hilft, sich endlich kennen zu lernen. Doch in beiden Welten existieren auch die Schatten, welche Christine und Christopher vom Tag des Amulettfundes an zu verfolgen scheinen. Viel zu spät müssen beide feststellen, dass sie bereits in Gefahr schweben.

Alles in allem wirklich ein gelungener Roman, welcher den Leser bei Laune hält und auch den Spannungsbogen sehr gut knüpft. Ich persönlich würde mich durch den Cliffhanger am Buchende sehr freuen, wenn es vielleicht einen Fortführungsband geben würde oder aus dem Roman sogar eine Trilogie entstehen könnte.

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Montag, 30. März 2015

Die Auslese: Nur die Besten überleben (Joelle Charbonneau)







Die Autorin


Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist das Schreiben ihre größte Leidenschaft. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin.




Cia kann es nicht fassen, sie hat es tatsächlich geschafft und wurde zur Auslese ausgewählt. Jahrelang hat sie sich auf dieses Ereignis gefreut und ihm entgegengefiebert. Nun ist es soweit. Eigentlich müsste ihre Familie sehr stolz auf sie sein, denn sie darf nun im Wettkampf um die wenigen Plätze an der Universität antreten. Doch kurz vor ihrer Abreise nimmt ihr Vater sie zur Seite und erzählt von seinen Erfahrungen der Auslese, von wirren Träumen, Gedächtnisseren und brutalen Aufgaben. Cia will ihm nicht glauben und schnenkt seinen Worten keine Bedeutung. In Tosu-Stadt angekommen, gehen die Prüfungen auch schon los. Gemeinsam mit drei anderen Jugendlichen aus ihrer Kolonie kämpft sich Cia durch naturwissenschaftliche und geschichtliche Tests. Auch ihre Psyche und ihr Charakter werden durch Tests geprüft. Doch nach einigen Vorkommnissen, bei denen sich Prüfungsteilnehmer stark verletzen, überläuft Cia das merkwürdige Gefühl, dass einiges nicht rechtens zugeht. Als dann der letzte Prüfungsteil anbricht, hat Cia Gewissheit. Nun befindet sie sich jedoch selbst in größter Gefahr… 


Fazit


Ein unglaublich spannender und aufregender Endzeitroman, welchen ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich den Roman verschlungen und warte nun sehnsüchtig auf den zweiten Teil. Die Hauptprotagonistin Cia ist eine sympathische und mutige Kämpfernatur, welche sich ihn jedem Prüfungsteil mehr oder weniger corragiert ihren Aufgaben stellt und diese mit Bravour leistet. Anders ergeht es weiteren Mitstreitern aus ihrer Kolonie, welche skrupelloseren Prüflingen auf den Leim gehen. Denn leider sehen es nicht alle Teilnehmer als fairen Kampf um die begehrten Plätze an den Universitäten und somit in den zukünftigen Führungsetagen. Zu spät stellt Cia fest, wem sie wirklich vertrauen kann und wem lieber nicht. Der einzige Kandidat, der immer an Cias Seite bleibt, ist der liebenswürdige und aufopferungsbereite Tomas, der ihr nicht von der Seite weicht. Von Beginn hat verbündet er sich mit Cia und schafft es ebenso wie sie durch den Großteil der Tests. 


Der Schreib- und Erzählstil des Romans ist einfach gehalten und lässt den Leser dem Handlungsverlauf sehr gut folgen. Durch die einzelnen Tests hindurch geht es zur letztlichen Endauswahl der Prüflinge. Der Spannungsverlauf hat mir so gut gefallen, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Entfernt erinnerte es mich durch die einzelnen Kolonien an „Die Bestimmung“ und gerade durch den letzten Marsch zurück nach Tosu-Stadt auch ein wenig an die Hungerspiele von „Die Tribute von Panem“ und durch das Gewirr an Straßen in der Stadt auch an „Das Labyrinth: Die Auserwählten“. 


Trotzdem ist dieses Buch einzigartig und ich kann es kaum erwarten den zweiten Teil der dystopischen Trilogie in den Händen zu halten und zu lesen. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Cia und der Auslese weitergeht und was wirklich hinter all dem steckt. Alles in allem wieder einmal eine gelungene Dystopie nach meinem Geschmack.

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Sonntag, 29. März 2015

Das Flüstern der Zeit (Sandra Regnier)



http://www.carlsen.de/softcover/die-zeitlos-trilogie-band-1-das-fluestern-der-zeit/57797



Die Autorin

Sandra Regnier ist in der Vulkaneifel geboren und aufgewachsen. Nach der Schule und einer Ausbildung zur Beamtin wollte sie lange nach Frankreich. Stattdessen heiratete sie einen Mann mit französischem Nachnamen und blieb zu Hause. Heute ist Sandra Regnier selbstständig und versteht es, den schönen Dingen des Lebens den richtigen Rahmen zu geben. Das umfasst sowohl alles, was man an die Wand hängen kann, als auch die Geschichten, die ihrer Fantasie entspringen.
www.sandra-regnier.com

Das Flüstern der Zeit

Meredith ist ein eher normales Mädchen, in Bezug auf Mathe und Physik vielleicht ein wenig nerdig, aber diese beiden Fächer liegen ihr einfach. Sonst hat sie einen Pagenschnitt und eine passende Nerdbrille. Mit ihrem besten Freund Colin ist sie schon seit der Steinzeit befreundet und zusammen mit Rebecca, Shakli und Chris geben sie ein nettes Quintet ab. Was die anderen jedoch nicht wissen, ist, dass Colin und Meredith ein Geheimnis hüten, welches Colin selbst betrifft. Denn er hat Visionen und kann Dinge schweben lassen. Als dann jedoch Elisabeth auftaucht und mit ihrer Art alles durcheinanderbringt, geraten ihre Geheimnisse immer mehr in Gefahr. Doch auch Merediths heimlicher Schwarm, Brandon, verhält sich zunehmend merkwürdig.

Fazit

Ein spannender und aufregender Fantasyroman, welcher durch seine Leichtigkeit und Spannung zum Verweilen einlädt. Der Roman konnte mich von der ersten Seite an fesseln und ich bemerkte erst ab der Hälfte, dass es sich bei dem Roman um den Auftakt einer Reihe handelt. Die Hauptprotagonistin Meredith ist mir von Beginn an sympathisch, durch ihre angenehme und ein wenig tollpatschige Art, macht sie es dem Leser leicht, sie zu mögen. Auch ihr bester Freund und wichtigste Person im Leben, Colin, ist ein Sympathieträger. Als er sich jedoch in Meredith verliebt und ihr seine Gefühle offenbart, gerät die Freundschaft der beiden ins Wanken. Als dann auch noch Elisabeth und Brandon ins Spiel kommen, haben die Freunde immer mehr Geheimnisse voreinander. Elisabeth ist mir von Beginn an unsympathisch, dies liegt jedoch auch ein wenig am Erzählstil. Denn es wird meist aus der Sicht von Meredith erzählt. Da diese das Gefühl hat, dass sich Elisabeth an Colin heranmacht, ist sie zu Recht eifersüchtig. Brandon ist mir zunächst sympathisch, dies ändert sich jedoch ein wenig im Verlaufe des Romans, denn auch er verhält sich zunehmend merkwürdig.

Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist locker, leicht und angenehm. Er lässt den Leser mitten im Geschehen stehen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ein wenig verwirrten mich Zwischenzeitlich die vielen Gefühle, welche im Spiel waren und ich fand es ein wenig schade, dass Mere sich so lang nicht recht entscheiden kann, wie sie zu ihren Gefühlen steht. Ich finde so hält sie Colin ein wenig an der langen Leine. Dies ist jedoch Jammern auf hohem Niveau und ich trotzdem habe ich dieses Buch einfach genossen.

Alles in allem wirklich ein gelungener Auftakt der neuen Zeitlos-Trilogie und ich bin sehr gespannt auf die Bände, die dem noch folgen werden. Ich möchte auf jeden Fall den zweiten Band lesen und wissen, wie es mit den Freunden sowie Mere, Colin, Brandon und Elisabeth weiter geht.

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Freitag, 27. März 2015

Wir sind das folk: Von Bismarck bis Bushido - Geschichte in Statusmeldungen (Art Bechstein und Julia Grün)



http://www.amazon.de/Wir-sind-das-folk-Statusmeldungen/dp/3442382378




Die Autoren


Die beiden Autoren sind beide Mitte Dreißig und leben ebenfalls beide als freie Journalisten in München. Sie lieben nicht nur das Schreiben, sondern auch, wie die meisten ihrer Generation das Internet. Die beiden Autoren sind jedoch auch der Meinung, dass man gerade dieses auch nicht allzu ernst nehmen sollte.


Von Bismark bis Bushido - Geschichte in Statusmeldungen 


15 Mrd. Jahre v. Chr. „Gott ist Facebook“ beigetreten. Mit dem Urknall über die Germanen, Salier, Staufer, Habsburger, Martin Luther, Otto von Bismarck, den Ersten Weltkrieg, die DDR, die Wiedervereinigung bis zur Gegenwart. Dieses Buch rollt die deutsche Geschichte in Statusmeldungen neu auf. Mit amüsanten Einträgen wie „“Albrecht II hat sein Benutzerkonto geschlossen“ oder „Karl Marx und Friedrich Engels haben eine Notiz erstellt: Das Manifest der Kommunistischen Partei“ und „Erich Honecker, Walter Ulbricht und Jakob Augstein gefällt das“ wartet der Roman mit wichtigen Fakten aus der Deutschen Geschichte auf.


Fazit


Durch unterhaltsame Statusmeldungen und Beiträge bringt der Roman seinen Lesern die deutsche Geschichte vom Urknall bis zur Gegenwart ein Stück näher. Während es versucht die wichtigsten Fakten zusammen zu tragen, stellt es auch wichtige Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen, Martin Luther oder Konrad Adenauer in den Vordergrund. Neben Ernsthaftigkeit wartet der Roman jedoch auch mit witzigen Anekdoten wie die personifizierte Darstellung des „Schwarzen Tods“.


Von einem „Schreib- und Erzählstil“ kann man bei diesem Buch nicht sprechen, weshalb man eigentlich auch nicht wirklich von einem Roman sprechen kann. Es ist eher eine Aneinanderreihung von geschichtlichen Ereignissen mit ihren Krisen und Höhepunkten, die sehr aktuell in Form von Statusmeldungen wie auf einer Facebook-Startseite dargestellt werden. Die Autoren Bechstein und Grün treffen damit den Nerv der Zeit und bringen somit eventuell auch wenig lesebegeisterte junge Menschen zum Lesen. 


Ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen fordert das Buch jedoch, da die Ereignisse nur in Statusmeldungen kurz genannt, nicht jedoch beleuchtet oder erklärt werden. Für mich ist dieses Buch jedoch eine gute Möglichkeit gerade Jugendliche mit dem Thema „Unsere Geschichte“ vertraut zu machen. Sehr gelungen, wie ich finde.


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