Mittwoch, 31. Juli 2013

Schreib mal wieder...!!! Zum Weltpostkartentag

... Der leider schon gestern war (zum internationalen Tag der Freundschaft, wie passend :) )...




Persönliche Post, wie Briefe und Postkarten heutzutage im Briefkasten vorzufinden, wird leider immer weniger. Rechnungen dagegen bekommt man häufig :) 
Aber wie schön ist es doch, wenn Verwandte oder Freunde einem eine Postkarte zusenden?  
Das gibt es jedoch im Zeitalter von eMails, SMS, Facebook-, Whatsapp-, Skype-, ICQ-Nachrichten usw. viel zu selten. Wer nimmt sich denn heute noch die Zeit sich hinzusetzen und eine schöne Postkarte auszusuchen und dann auch noch etwas zu schreiben? Höchstens im Urlaub. Ich persönlich bekomme wahnsinnig gern Post :) 
Deshalb finde ich die Idee der Postkartenaktion von Sandra Vogel, Geschäftsführerin vom Piepmatz-Verlag, super und würde mich gern nächstes Jahr dran beteiligen :)
 

Und nie sollst du vergessen sein – Schwarzwald-Krimi (Jörg Böhm)





Der Autor


Jörg Böhm, der Geburtsname des Journalisten Jörg Henn, arbeitet als Kommunikationsexperte für ein großes deutsches Versicherungsunternehmen. Der 33jährige studierte Journalistik, Soziologie und Philosophie. Er war unter anderem Chef der Allgemeinen Zeitung in Windhoek in Namibia, um dort über Land und Leute zu berichten und von den Geschichten des schwarzen Kontinents zu erzählen. Jörg Henn ist verheiratet und lebt in Köln.




Nie sollst du vergessen sein…


Kriminalkommissarin Emma Hansen hat nun endlich ein paar Tage Urlaub. Sie fährt nach Nöggenschwiel im Südschwarzwald, einen Ort den sie in früheren Ferien mit ihren Eltern oft besucht hat. Als Emma Hansen ihre ehemalige Ferienfreundin Charlotte aufsuchen will muss sie erfahren, dass diese seit dem Rosenfest vor 15 Jahren, wo sie Rosenkönigin wurde, spurlos verschwunden ist. Sie befragt Nachbarn und Bekannte und als hätte sie zu viel Staub aufgewirbelt, wird plötzlich ein alkoholkranker Bauer tot aufgefunden, was zunächst wie ein Unfall aussieht, doch die Untersuchung ergibt, dass er erschlagen wurde. Nur wenige Tage später trifft es die Verkäuferin des Dorfladens. Der zweite Todesfall innerhalb 48 Stunden!! Gibt es da nicht einen Zusammenhang? Entsetzen macht sich in der sonst so beschaulichen Gemeinde breit. Emma beginnt Nachforschungen anzustellen, was sie zunächst nicht weiterbringt, doch die Mordserie bringt die Stimmung im Dorf schnell zum Kippen. Auf einmal tauchen jede Menge Geheimnisse, Lügen und Intrigen auf. Haben die Morde etwas mit der verschwundenen Rosenkönigin zu  tun? Denn scheinbar hat die Familie von Charlotte jede Menge Probleme und was hat Charlottes ehemaliger Freund, René, mit dem Ganzen zu tun?


Fazit


Schon das Cover des Buches hat mich sehr angesprochen und als ich dieses dann in der Hand hatte, fand ich das Buch noch viel interessanter. Zudem finden sich die verwelkten Rosen auf dem Cover auch im Roman wieder, was ich besonders passend finde. Besonders, weil Rosen das Leitmotiv in diesem Buch darstellen. Immer wieder tauchen sie auf, im Zusammenhang mit Charlotte, die als Rosenkönigin zum Rosenfest antritt, bei ihrem ehemaligen Freund René, der Rosen auf das Grab der Großmutter von Charlotte legt und natürlich der Täter in Gestalt des Rosenzüchters sowie der Rosenschnaps. 


Der Einstieg in den Roman ist für mich immer besonders wichtig, da er darüber entscheidet, ob ich das Buch gerne weiterlese oder nicht und er erfolgte an dieser Stelle flüssig und erzeugte Spannung. Bereits nach dem Prolog wollte man unbedingt wissen wie es weitergeht. Gleich zu Beginn fällt die gute Recherchearbeit des Autor ins Auge. Angenehm ist auch, dass die Kapitel kurz gehalten und jeweils aus anderen Perspektiven verfasst sind. So hat der Leser immer alle Angelegenheiten im Auge. Vor allem die Kapitel des Täters, der seine Verbrechen beschreibt, aber nie persönlich in Erscheinung tritt, finde ich spannend. 


Die Spannung bleibt im gesamten Roman über erhalten, weshalb man es gar nicht so gern wieder aus der Hand legen möchte. Langezeit ist nicht klar, wer der Mörder ist und immer wieder gelangt man zu falschen Schlüssen. Dies liegt vermutlich auch an der Fülle der Figuren, welche im Roman auftauchen, was mir aber gut gefallen hat und auch nicht zu Verwirrungen führte. Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich habe es in einem Zug verschlungen, was natürlich für den Roman spricht, da ich normalerweise weniger Kriminalromane lese.


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Dienstag, 30. Juli 2013

Ætherhertz – Ein Annabelle Rosenherz Roman (Anja Bagus)



Anja Bagus wurde in Baden Würtemberg am Kaiserstuhl geboren. Sie ist verheiratet und lebt im Ruhrgebiet zusammen mit ihrem Kind, zwei Katzen und einem Hund. Dort arbeitet sie als Autorin und Heilpraktikerin. 



Baden-Baden 1910

Giftiger grüner Nebel steigt über den Flüssen auf. Æther ist zwar für die Industrie ein Segen, für die aber Menschen ein Fluch. Æther vergiftet seit Jahren die Flüsse und Meere und auch den Rhein in Baden-Baden. Annabelle selbst hatte das schon zu spüren bekommen und musste seitdem Handschuhe tragen, außerdem durfte sie es niemandem erzählen, das hatte sie ihrem Vater versprechen müssen. 

Annabelle ist begeistert vom pathologischen Labor in Baden-Baden, in welchem sie forschen darf, weil ihr Vater den Institutsleiter gut kennt. Dort werden entartete Zellen untersucht und das Studium von Giften ist ihr Steckenpferd. Wenn sie an ihren Vater dachte, wurde es ihr anders… Dieser widerliche Peter Falkenberg wollte ihn für tot erklären lassen? Das durfte nicht wahr sein. Er würde aus seiner Expedition schon wiederkommen. Einige junge Frauen sterben unterdessen an einer mysteriösen Vergiftung. Fräulein Annabelle Rosenherz versucht die Ursache herauszufinden und gerät dabei selbst in große Gefahr, denn sie hat schon lange ein Geheimnis.

Zusammen mit Paul Falkenberg versucht sie nun den Mord an einer jungen Frau aufzuklären, der es in sich hat. Scheinbar ist sie bei der Geburt gestorben, aber alles deutet daraufhin, dass sie vergiftet wurde. Und was hat es mit der wunderbaren Praline „Herzblut“ auf sich?

Fazit

Ein zu Beginn ein wenig verwirrendes Buch, da Begriffe auftauchen, die der Leser noch nie gehört hat. Nach längerem Lesen ändert dies sich jedoch und der Leser taucht ein in die giftige Welt des Æthers. Dafür sorgt zudem auch der spannend, flüssige Schreibstil der Autorin. Vor allem die landschaftlichen und lebensumweltlichen Beschreibungen der Protagonisten finde ich sehr anschaulich und verständlich geschrieben. Æther vergiftet nicht nur die Welt, er verändert auch die Menschen und verdirbt sie. Sie werden zu Monstern und Ungeheuern. Er betreibt zudem Luftschiffe und Waffen, die Welt verändert sich.

Mir war vor diesem Roman der Begriff des Steampunk-Romans nicht geläufig und ich hatte auch noch keine Romane in dieser Art gelesen. Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein Retro-Look der Technik entsteht. 

Ein spannender und kriminalistisch gestalteter, historischer Roman, der stark am Fantasy-Genre verläuft und in Baden-Baden in Deutschland 1910 spielt. Von diesem Buch wird es zudem auch einen zweiten Teil geben.

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Montag, 29. Juli 2013

Mut für zwei (Julia Malchow)








Die eigentliche Architektin begibt sich mit ihrem zehn Monate alten Sohn Levi auf eine Tour von St. Petersburg nach Peking. Zum Autorenjob kommt noch dazu, dass Julia die Gründerin von „Mavia Soul Travel“ ist, ein Spezialist für eine besondere Art des Reisens und vor allem des Individualtourismus. Zudem ist sie geschäftsführende Gesellschafterin von GEOBUCH, einem interessanten Buchladen, der sich ganz dem Reisen verschrieben hat. Ihr größter und wichtigster Job, ist wohl der der „Anker-und-Nase-im-Wind-Mama“.




Grüble nicht, reise!


Nachdem Julia Malchow von den deutschen Spielplätzen genug hat, entschließt sie sich 15000 km mit ihrem Sohn Levis von München aus, quer durch Sibirien, mit der transsibirischen Eisenbahn mit Stopp am Baikalsee und durch die Mongolei, bis nach Peking zu reisen. Immer im Hinterkopf die Suche nach Identität und fernab von Zwangsreisen und Großreisebüros, die ganz auf den Verkauf von Pauschalreisen ausgelegt sind. Nach einigem Hin und Her beginnt die Reise schließlich. 


Jenseits der typischen Familienklischees macht sich Julia auf die Suche nach einer Welt nach ihrem Geschmack, zusammen mit ihrem zehn Monate alten Sohn. Abenteuerlust oder unverantwortlich? Viele der Reiseplaner raten ihr von den Unternehmungen ab, doch Julia setzt sich durch. Doch schon vor der Abreise gerät sie in ein multikulturelles Abenteuer, da kein Jurtencamp in der Wüste Gobi mehr geöffnet zu haben scheint. Aber irgendwas muss doch da zu machen sein? 


Natürlich tritt Julia die Reise an und sie erwarten zusammen mit ihrem Sohn viele Abenteuer. Außerdem schweißt diese Unternehmung die beiden nur noch fester zusammen. Wird Julia Malchow auf ihrer spannenden, interessanten, multikulturellen Abenteuerreise finden, was sie sucht oder zu suchen meint?


Fazit


Ein unglaublich spannendes, abenteuerliches und mutiges Buch, von einer Mutter, die nicht vor Mahnungen und Anklagen zurückschreckt und sich trotz aller Gegenstimmen zusammen mit ihrem zehn Monate alten Sohn auf eine wunderbare Reise macht. Ich ziehe den Hut vor so viel Flexibilität und Mut. Allerdings kann ich mir nach diesem Buch nun noch besser vorstellen, dass eine Reise mit Kind anstrengender ist, als eine Reise allein. Es hätte natürlich auch einiges schiefgehen können, aber Julia trifft ja bereits im Transsit und auch in den anderen Aufenthaltsorten auf tatkräftige Unterstützung und Kinderbetreuung. Was wäre allerdings gewesen, wenn Levi sich nicht so mustergültig verhalten hätte oder krank geworden wäre? Diesen Zwiespalt, in welchem sich auch Julia befindet, bemerkt man beispielsweise als Levi sich Splitter in den Händen einfängt.

Spaß macht es mitzuerleben, wie Julia es immer wieder schafft, ihren Sohn von Dingen zu überzeugen, die er jetzt tun oder lieber nicht tun sollte. So gab es ein schönes Beispiel am Baikalsee, als Levi unbedingt Steine essen will. Julia zeigte ihm Dinge, die er lieber damit machen könnte und die mehr Spaß machen, wie zum Beispiel Steine werfen oder aus Reiseführerseiten kleine Schiffe bauen und in See stechen lassen. Auf diese Art und Weise lernt sie auf der Reise auch ihren Sohn besser kennen.


Es war eine Freude dieses Buch zu lesen und zu sehen, wie Julia und Levi sich locker, flockig durchschlagen und die Reise grundsätzlich reibungsfrei verläuft. Der Schreibstil und die Schilderungen der Autoren haben einen hohen Unterhaltungswert und sind mit viel Witz, Charme und Humor verfasst, was dieses Buch selbst zu einem Abenteuer werden lässt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie ein Leben durch ein Kind verändert werden kann und eine neue Form der Intensität erlebt. 

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Sonntag, 28. Juli 2013

Nageln will gelernt sein (Ina Glückauf)



 
Die Autorin


Ina Glückauf wurde im westfälischen Witten geboren. Nach mehreren Ausflügen in diverse Berufsbereiche arbeitet sie nun an ihrem kreativen Schreibtisch, wo sie bisher vor allem Jugendbücher verfasst hat. Ina Glückauf lebt in Friedrichshafen am Bodensee.




Melitta


Nomen est omen. Bei ihrer Namensvergabe mussten ihre Eltern taub gewesen sein… Melitta? Wie der Filterkaffee? Und dann noch eine Schwester mit dem Namen Mercedes. Klar bei wem es im Leben gut läuft und bei wem nicht, oder? Felix´ Eltern, Melittas Schwiegereltern machen ihr das Leben zur Hölle und merken es noch nicht mal. Natürlich ist die Klingel kaputt und natürlich hat Felix mal wieder nicht die Dusche ausgespült und seine Klamotten wieder quer im Bad verstreut und natürlich lässt ihr Schwester Mercedes ihre beiden Kinder mal wieder ungefragt bei ihr, sie hat ja sowieso nichts zu tun, oder? Natürlich dürfen die auch ihren Schulabschluss ungefragt in ihrem Haus feiern. Mella hat langsam aber sicher genug von ihrem schnöden, dahintröpfelnden langweiligen Leben, in welchem sie sich stetig nur nach anderen richtig und welches sie sich mit dem Bemalen von Kacheln in der Dachkammer verschönert, um dabei den wunderbaren musischen Klängen des Nachbarn zu lauschen. Doch dies soll sich ändern, als Tante Eulalia auftaucht, die sich mir nichts, dir nichts, bei Melitta einnistet und ihr rettender Engel ist. Leichthin erklärt sie, wenn Melitta etwas ändern möchte, muss sie kündigen. Und das tut Mella dann auch… 


Fazit


Irgendwie hat es Melitta geschafft, aus ihrem Alltag ein eingeschlafenes, langweiliges und ödes Leben zu machen. Jeder Tag fließt zäh vor sich hin und irgendwie scheint sie mit nichts zufrieden zu sein. Aus den ersten Seiten ist zu lesen, dass dies schon länger der Fall war. Daran muss sich doch etwas ändern lassen? Die Kündigung an ihr bisheriges Leben, die sie schlussendlich verfasst, hat es in sich. Schluss mit all den Sachen, die Mella das Leben schwer machen. Das ganze Buch ist aus der Sicht von Melitta aus der Ich-Perspektive geschrieben, was ich immer besonders mag, da es den Leser direkt anspricht und man eher das Gefühl hat mittendrin zu sein.


Mit viel Witz, Humor und Charme berichtet die Autorin von einer grundsätzlichen Änderung der Lebenseinstellung und –Erwartung. Durch ihre Tante schafft es Mella aus ihrem gestressten, aber langweilig faden Leben auszubrechen und sich ihren eigenen Lebensvorstellungen zu widmen. Schade finde ich, dass sie so lang braucht, um den ersten Schritt bei Georg zu tun, es bahnt sich jedoch durch das gesamte Buch hinweg etwas an, das der Leser nicht leugnen kann. Am Ende geht es mir dann doch nach einigen Unstimmigkeiten zu schnell. Ein unterhaltsames, spannendes und auf jeden Fall lesenswertes Buch, welches einen mit den eigenen Problemen konfrontiert. Hervorragend passend und sehr praktisch finde ich die Seiten 325-330.


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